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Doku

Letzte Ausfahrt Westberlin - 138 Schüsse auf die “Friedrich Wolf”

Mai 2006
Regie: Inga Wolfram
Dokumention im Auftrag des WDR


Anne-Gret Oehme Kostümbild

Berlin im Sommer 1962. Seit fast einem Jahr ist die Stadt durchtrennt von der Mauer. Sie hat das Leben der Menschen auf einschneidende und schmerzhafte Weise verändert. Die ohnmächtige Demonstration einer Staatsmacht, die ihre Legitimation nicht auf dem freien Willen ihrer Bürger gründet, sondern auf Mauer, Stacheldraht und Todesstreifen. Das erzeugt neben Wut und Resignation immer wieder auch den Willen Einzelner, der Macht die Stirn zu bieten und zu wagen, was tödlich enden kann: Die Flucht in die Freiheit.

Der Film „Letzte Ausfahrt Westberlin“ erzählt eine der spektakulärsten Fluchtgeschichten nach dem Mauerbau. Am Morgen des 8. Juni 1962 entführen 13 junge Ostberliner den Ausflugsdampfer „Friedrich Wolf“, das größte Fahrgastschiff der Ostberliner „Weißen Flotte“. Es grenzt an ein Wunder, aber das Wunder geschieht: In nur 15 Minuten und unter Dauerfeuer der Ostberliner Grenzposten, gelingt die Flucht über die Spree in den Westteil der Stadt. Der Stasi-Untersuchungsbericht über den „staatsfeindlichen Grenzdurchbruch am 8. Juni 1962“ zählt 138 abgegebene Schüsse auf die „Friedrich Wolf“ – es wurde niemand verletzt.

Den dramatischen Ablauf der Ereignisse an Bord der „Friedrich Wolf“ rekonstruiert der Film in nachgestellten Spielszenen. 44 Jahre nach ihrer spektakulären Flucht stellen wir die Flüchtlinge der „Friedrich Wolf“ vor. Wir treffen auf Menschen und Lebenswege, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: Jörg Lindner, ehemals Schiffskoch auf der „Friedrich Wolf“, lebt heute in Schweden und lehrt Geschichte an der Universität von Umeå. Peter Warszewski, am 8. Juni 1962 Steuermann auf der „Friedrich Wolf“, lebt heute als Bauunternehmer in Spanien. Peter Currle, den Zweiten Steuermann, treffen wir in Frankreich.

„Am 13. August stand plötzlich die Mauer und wir wussten gleich, eingemauert wollen wir nicht leben“. Die Erinnerungen der ehemaligen Flüchtlinge setzen Schlaglichter auf die Zeit der Konfrontation und des Kalten Krieges an der Nahtstelle der Systeme. Die Rekonstruktion einer spektakulären Flucht, im Kontext mit historischen Film- und Tondokumenten ist weit mehr, als nur eine Fußnote der Geschichte.

Crew

Regie Inga Wolfram
Drehbuch Helge Trimpert
Inga Wolfram
Kamera Jürgen Dahlhoff
Peter Badel
Optische Spezialeffekte Uwe Fleischer
Marion Fleischer
Olaf Skrzipczyk
Ausstattung Jörg Winter
Kostümbild Anne-Gret Oehme
Maske Krisztina Szántó-Konthur
Schnitt Sven Simon
Schnitt-Assistenz Eva Hardebeck
Ton Florian Pankarz
Christian Mebold
Erich Lutz
Mischung Klaus Vogler
Produktion Antaeus Film- und Medienvertrieb GmbH

Darsteller

  Horst Krause
Sebastian Stiehlke
Dirk Talaga
Juana von Jascheroff
Jasper Joseph
Willi Schrader
Sprecher Christian Brückner