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Kinofilm

Die Stille nach dem Schuß

August 1999
Regie: Volker Schlöndorff
Babelsberg Film GmbH
Kinofilm
mit Film-Trailer


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Rita Vogt (Bibiana Beglau) ist überzeugt, dass der Kampf gegen den Imperialismus in die Metropolen getragen werden muss, damit Humanität und Gerechtigkeit eine Chance haben. Wenn sie und ihre Gesinnungsgenossen Banken überfallen, verstehen sie das als Akt der Umverteilung und schütten auf der Flucht schon mal den Hut eines Bettlers mit gerade geraubten Münzen voll. Zusammen mit Freunden befreit Rita in den Siebzigerjahren ihren Geliebten, den Terroristen Andreas Klein (Harald Schrott), aus dem Gefängnis. Dabei erschießt Klein einen Rechtsanwalt.

Als sie in Paris von einem Verkehrspolizisten verfolgt wird, weil sie auf dem Motorroller keinen Helm trägt, gerät sie in Panik und erschießt den Mann.

Auf der Suche nach einem Zufluchtsort nimmt die Gruppe in Ostberlin Kontakt mit dem Stasi-Offizier Erwin Hull (Martin Wuttke) auf. Er soll ihnen helfen, zum Beispiel nach Nicaragua zu kommen, wo sie sich im Kampf gegen die Armut engagieren wollen. Stattdessen bietet er den Terroristen an, unter neuen Identitäten in der DDR zu bleiben. Rita und Friederike Adebach (Jenny Schily) nehmen das Angebot an; die anderen nicht.

Aus Rita Vogt wird Susanne Schmidt, Arbeiterin im VEB Modedruck. Das wirre Leben einer Terroristin im Westen tauscht sie gegen ein biederes Spießerdasein im Kleine-Leute-Mief der DDR ein. Sie befreundet sich mit ihrer Kollegin Tatjana (Nadja Uhl), die der frustrierenden Realität mit Wodka zu entfliehen versucht.

Im Fernsehen wird berichtet, dass Andreas Klein und eine noch nicht identifizierte Begleiterin bei einer Schießerei mit der Polizei an der deutsch-französischen Grenze ums Leben gekommen seien. Gefahndet werde in diesem Zusammenhang auch nach der Terroristin Rita Vogt, die am Arm eine auffällige Narbe habe. Aufgrund der Nachrichtensendung wird Rita im Umkleideraum von einer Kollegin erkannt.

Rita sucht Hull auf und fragt ihn, was sie tun solle. Hull will nicht riskieren, dass etwas über das Zusammenspiel der Stasi mit der ehemaligen Terroristin bekannt wird. Obwohl Rita sich sträubt, ihre Freundschaft mit Tatjana aufzugeben, muss sie sich fügen und noch einmal ein neues Leben anfangen, diesmal als Sabine Walter in einem Kinderferienlager an der Ostsee. Dort verliebt sie sich im Sommer 1989 in den Hilfsbadenmeister Jochen (Alexander Beyer). Der möchte sie heiraten und mit nach Russland nehmen, wo man ihm eine aussichtsreiche Stelle angeboten hat. Hull verweigert Rita jedoch seine Zustimmung zu einer Ausreise in die UdSSR: Das Risiko eines politischen Konflikts zwischen den beiden Staaten im Fall einer Enttarnung der ehemaligen Terroristin ist ihm zu groß. In ihrer Verzweiflung offenbart Rita ihrem Geliebten, wer sie wirklich ist. Jochen reagiert verwirrt und verunsichert.

Nach dem Fall der Berliner Mauer (Wiedervereinigung) tun die DDR-Behörden alles, um ihre Zusammenarbeit mit Terroristen aus dem Westen zu vertuschen. Hull kann nichts mehr für Rita tun. Sowohl im Westen als auch im Osten wird jetzt nach ihr gefahndet. Als sie versucht, mit einem gestohlenen Motorrad eine Polizeikontrolle zu durchbrechen, wird sie erschossen.

Crew

Regie Volker Schlöndorff
Drehbuch Wolfgang Kohlhaase
Kamera Andreas Höfer
Schnitt Peter Przygodda
Kostümbild Anne-Gret Oehme

Darsteller

  Bibiana Beglau
Martin Wuttke
Nadja Uhl
Alexander Beyer
Harald Schrott
Jenny Schily
Richard Kropf
Mario Irrek
Thomas Arnold
Franca Kastein
Dietrich Körner
Alexander Hosfeld
Rudolf Donath
Monika Pietsch
u.v.a.

Auszeichnungen

Berlinale 2000
Beste Darstellerin:
 
Bibiana Beglau
Nadja Uhl
Blauer Engel Bester Europäischer Film